Projektinfo

Errungenschaft «Unabhängiger Journalismus»

Unabhängige Medien gehören zu den wichtigsten und wertvollsten Errungenschaften unserer Gesellschaft. Sie sind ein elementarer Bestandteil einer funktionierenden Demokratie. Doch heute machen wir leider die Erfahrung, dass unabhängiger investigativer Qualitätsjournalismus keine Selbstverständlichkeit ist. Wir brauchen deshalb neue Lösungen, um unabhängigen Journalismus auch im 21. Jahrhundert zu gewährleisten.

In den letzten Jahren hat sich die Qualitäts- und Informationspolitik der etablierten Massenmedien stark verändert. Die Veränderung der Medienlandschaft, die Mediennutzung sowie einflussreiche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Interessen stellen Journalisten, Verlage und Medienunternehmen heute vor gewaltige Herausforderungen.

Die Unabhängigkeit, Qualität und Transparenz der Berichterstattung in Print-, Radio-, TV- und Online-Medien wird von Lesern, Zuschauern und Zuhörern immer stärker in Frage gestellt. Zu recht. Redaktionen wurden aus wirtschaftlichen Gründen ausgedünnt und Budgets für investigativen Qualitätsjournalismus gekürzt oder ganz gestrichen. Der Anteil an Presseagenturmeldungen und PR-Inhalten in den klassischen Mainstream-Medien übertrifft den Anteil an kosten- und ressourcenintensiven investigativen Reportagen mittlerweile um ein Vielfaches.

Journalismus braucht neue Finanzierungsformen, mehr Transparenz und neue Lösungsansätze, um auch in Zukunft die Rolle als unabhängige Instanz für die Gesellschaft erfüllen zu können. Media Funders ist ein internationales Nonprofit-Projekt, welches sich als unabhängige Werkzeugschmiede diesem Wandel annehmen will. Das innovative Projekt hat zum Ziel, sowohl der Gesellschaft als auch den Journalisten und Medien neue Wege zu ermöglichen, um unabhängigen Journalismus zu finanzieren und zu modernisieren.

Journalismus mit Beteiligung der Gesellschaft

Die geplante Online-Plattform von Media Funders (mediafunders.net) soll zukünftig eine neue und transparente Form von unabhängigem Journalismus ermöglichen. Dabei setzt das Projekt auf die Zusammenführung der Gesellschaft mit Journalisten und Medien. Hierbei sollen Themen für Recherchen ermittelt oder gemeinsam journalistische Vorhaben finanziert werden. Beide Seiten (Nutzer wie Journalisten/Medien) können dazu interessante Ideen für unabhängige investigative Reportagen und Medienprojekte einbringen und gemeinsam finanzieren.

Die neue Plattform soll so qualitativ hochwertigen, unabhängigen und transparenten Journalismus ermöglichen – frei von jeglichen Vorgaben, Einflussnahmen, Geldgebern, Verlagen, von Zensur und Medium. Das Spektrum für mögliche Projekte reicht dabei von unabhängigen lokalen, nationalen und internationalen Reportagen in Text-, Foto-, Audio- und Video-Formaten, bis hin zu umfangreichen Datenjournalismus- und Medienprojekten. Ein Stadtviertel in Berlin, Genf oder Oslo kann Dank der Zusammenarbeit von Spendern, Unterstützern und internationalen Journalisten ebenso mögliche Recherchezone sein, wie eine Mega-City in den USA, Indien oder Japan, oder ein Dorf in Mexiko, Ägypten oder Ruanda.

Das Finanzierungsprinzip der Journalismus-Projekte ist dabei denkbar einfach. Anstatt durch ein einziges Medienunternehmen finanziert, werden die benötigten finanziellen Mittel für investigative Reportagen durch die sogenannte „Crowd“, also durch viele einzelne kleine und grössere Unterstützer, zusammengetragen (Crowdfunding/Schwarmfinanzierung). So kann jede Person individuell die Reportagen und Projekte finanziell unterstützen, welche sie/ihn interessieren. Gleichzeitig können auch andere Förderer wie Stiftungen, Organisationen, Unternehmen und Medienfonds effizient und transparent unabhängigen Journalismus mitfinanzieren.

Alle erfolgreich gefundeten (finanzierten) und realisierten Reportagen werden anschliessend unter freier Creative Commons Lizenz publiziert und können sowohl von klassischen Medien als auch von jeglichen anderen Nutzern kostenlos gelesen bzw. gesehen oder gehört, sowie weiterverwendet werden. Was bei Media Funders gemeinsam finanziert wird, bleibt damit als gemeinnütziger Mehrwert auch in der Gesellschaft.

Die Beteiligung der Nutzer ist bei Media Funders aber nicht nur auf die Mitfinanzierung von unabhängigen Reportage- und Medienprojekten beschränkt. Reportagethemen vorzuschlagen, Material und Quellen beizusteuern oder Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, sollen ebenfalls zu den Möglichkeiten zählen, welche die Gesellschaft auf der Media Funders-Plattform erhalten soll.

Das Ziel von Media Funders ist es somit, eine Online-Plattform zu schaffen, über die gemeinsam spannende, gut recherchierte und unabhängige Journalismus-Inhalte finanziert und realisiert werden können. Ein Vorhaben, dass sowohl den Lesern, Zuschauern und Zuhörern, den Journalisten wie auch den Medien nützen soll.

Hinweis

«Alternative Realität» unterstützt das Vorhaben für unabhängigen Journalismus und hofft, dass viele weitere Personen, Sponsoren und Stiftungen diesem Beispiel folgen. Unterstützen kann man das gemeinnützige Projekt sowohl durch Spenden (Aktuelle Spendensammlung für den Plattformaufbau) als auch durch eigene Berichterstattung oder Verlinkung der Seite.

Ähnliche Plattformen, welche diese Art der gemeinsamen Finanzierung (Crowdfunding) von Journalismus ermöglichen, sind emphas.is für Fotojournalismus, spot.us für Lokaljournalismus in den USA und die Plattform nieuwspost.nl in Holland.

Quelle: Media Funders