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Welchen Einfluss haben Unternehmen, Lobbyisten und das Geld auf Politik, Parteien und politische Entscheidungen? Wir wissen es oftmals nicht, da es in den meisten Bereichen an Transparenz fehlt. Dass die Wirtschaft, die Reichen und Mächtigen jedoch lieber im verborgenen als öffentlich zu ihren Gunsten Einfluss nehmen, zeigt eine Dokumentation von Taki Oldham über die “Tea-Party-Bewegung” in den USA.

Kaum waren Obama und die Demokraten an der Macht, entstand im Sommer 2009 die Tea-Party-Bewegung und begann, gegen die Reformpläne der neuen Regierung Sturm zu laufen. Doch entstand die Bewegung wirklich spontan in der Bevölkerung – oder wurde sie von Unternehmen und Reichen finanziert und “künstlich” angestossen?

Der australische Filmemacher Taki Oldham beschliesst, den Vorwürfen nachzugehen, inkognito durch die USA zu reisen und sich als Tea-Party-Interessent auszugeben. Auf seiner vierwöchigen Reise durch sechs Bundesstaaten besucht er Protestveranstaltungen der Tea-Party-Bewegung, die gegen die staatliche Krankenversicherung und gegen Klimaschutzmassnahmen mobil machen. Dort begegnet er empörten Bürgerinnen und Bürgern, die lauthals gegen den Staat und gegen die Macht der Elite protestieren.

Die konservative Bewegung selbst gibt sich als spontaner Zusammenschluss besorgter Bürgerinnen und Bürger, und ihre Anhänger wehren sich vehement gegen Vorwürfe, sie würden von ein paar Superreichen finanziert.

Doch was stimmt? Offenbar stammt ein Grossteil des Geldes der Tea-Party-Bewegung von ein paar Superreichen, wie den Brüdern Charles und David Koch, die mit ihrem Ölkonzern jährlich rund 100 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften. Über Organisationen wie “Americans for Prosperity” fliessen jährlich hunderte von Millionen US-Dollar aus Wirtschaft und Privatvermögen in politische Bewegungen und Parteien.

Die Kochs wollen wie die Anhänger der Bewegung weniger Steuern zahlen und mit weniger Regulierungsmassnahmen behelligt werden. Und sie haben schon früh erkannt, dass sie zur Durchsetzung ihrer Ziele neben Denkfabriken auch eine Basis in der Bevölkerung brauchen. Trotz der Unterstützung der Bewegung würden sich die beiden medienscheuen Brüder selber nie an einer Tea Party blicken lassen. Stolz verkündete David Koch aber nach dem Aufstieg der Tea-Party-Bewegung im Sommer 2009: “Wir haben uns eine Massenbewegung von Hunderttausenden amerikanischer Bürger aus allen Schichten ausgemalt, die sich erhebt und für die wirtschaftlichen Freiheiten kämpft, die diese Nation zur reichsten in der Geschichte gemacht haben.” Sein Wunsch hat sich erfüllt.

Quellen: KnutRichter, ZDF