Projektinfo

Social Micropayments und die Dankeschön-Ökonomie

Wir im Internet unterwegs ist konsumiert Online-Nachrichten, Blog-Beiträge, Videos, Fotos, Analysen, hört online Musik, spielt Games oder informiert sich über bestimmte Themen. Und dies in der Regel ohne als Konsument/in dafür bezahlen zu müssen. Doch auch hinter digitalen Inhalten, ob journalistischer, künstlerischer oder anderer Art, stehen Menschen, die Zeit und Geld für deren Herstellung und Bereitstellung investieren. Sogenannte Social Micropayment-Dienste erlauben den Nutzern, Inhalte freiwillig mit kleinen Geldbeträgen zu unterstützen. Als eine Art Spende oder Trinkgeld ist dies nicht nur ein Ausdruck einer Wertschätzung für bestimmte Inhalte, Online-Angebote und Produzenten, sondern für viele Künstler, Journalisten und Blogger etc. auch ein willkommener finanzieller Zustupf und gleichzeitig Ansporn, mit ihrer Arbeit oder ihrem Engagement weiter zu machen.

Als Micropayment (Kleinbetragzahlung) bezeichnet man in der Regel Beträge zwischen 0,01 und 5,00 Euro.

Viele Fotografen, Blogger, Journalisten, Musiker, Künstler und Experten stellen ihre Werke ins Internet, ohne dafür Geld zu verlangen. Mit dem Einbau von Social Micropayment-Buttons auf ihrer Seite, können sie jedoch ihren Nutzern die Möglichkeit bieten, ihre Inhalte freiwillig zu honorieren. Neben PayPal-Spenden-Buttons gibt es dafür junge, innovative und spezialisierte Anbieter wie Flattr oder Kachingle.

Flattr:

Flattr ist ein Social-Payment-Service mit Sitz in Malmö, Schweden. Jeder bei Flattr registrierte Nutzer kann bei dem Dienst eine selbstgewählte Summe einzahlen, die er monatlich für Internet-Inhalte ausgeben möchte (mindestens 2 Euro). Danach kann der Flattr-Nutzer auf jeder Website mit dem Flattr-„Spendenknopf“ (siehe oben an der Seite) entscheiden, ob er für diesen Inhalt bereit ist zu bezahlen. Am Ende des Monats wird die Anzahl der Klicks zusammengezählt und die monatliche Summe des Nutzers gleichmäßig auf alle geklickten Inhalte verteilt.

Beispiel: Eine Person zahlt 10 Euro auf ihr Flattr-Konto ein und klickt innerhalb eines Monats auf 20 Flattr-Knöpfe bei digitalen Inhalten. Der Geldbetrag von 10 Euro wird damit gleichmäßig auf die zwanzig „geflatterten“ Seiten bzw. deren Inhaber verteilt: Jeder „geflatterte“ Beitrag wird mit 50 Cent (0,5 Euro) entlohnt.

Wird innerhalb eines Monats nur ein einziger Beitrag „geflattert“, wird der gesamte eingezahlte Geldbetrag dem geklickten Beitrag gutgeschrieben. Die Klickzahl-Angabe im Flattr-Button gibt demnach keine Auskunft darüber, wie viele Euro der entsprechende Beitrag bzw. der Urheber des Beitrags erhält. Wird innerhalb eines Monats kein Beitrag „geflattert“, spendet Flattr den eingezahlten Geldbetrag an eine wohltätige Organisation. Ein Flattr-Nutzer kann mehrmals den gleichen Beitrag „flattern“, jedoch nur einmal jeden Monat.

Kachingle:

Kachingle ist ein Social-Payment-Service aus den USA, bei dem der Benutzer monatlich fünf Dollar auf ein Konto einbezahlt. Medienanbieter platzieren auf ihrer Website einen Kachingle-Button, den der Nutzer anklicken kann, wenn ihm der Inhalt der Website gefällt. Am Monatsende wird der Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die Medienanbieter verteilt.

Interview mit Kachingle-Gründerin Cynthia Typaldos:

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Selber ausprobieren …

Warum als Internetnutzer nicht selber 2, 5, 10 oder 50 Euro pro Monat über Flattr, Kachingle & Co. an gute Inhalte verteilen? Probiere es aus und flattere und/oder kachingle in Zukunft selber, was dir gefällt. Es macht Spass und die Empfänger werden es dir danken!

Damit sich im Internet die Dankeschön-Ökonomie stärker entwickelt, sollten auch möglichst viele Webseiten und Blogs solche Buttons einbauen. Damit bieten sie ihren Besuchern die Möglichkeit ihre Inhalte zu honorieren und werden gleichzeitig Botschafter für Social-Payment und die Dankeschön-Ökonomie.

Autor: Linus Kern; Quellen: Wikipedia